Es geht uns allen gut, auch wenn einige von uns nicht zu 100% mit ihren Gastfamilien zufrieden sind. Wir sind alle gut angekommen, der Flug war in Ordnung, auch wenn es am Ende tierisch gestunken hat. Dubais Flughafen ist ja nebenbei ganz geil, da gibt es so ne Wand mit Wasser, die mit wechselnden Farben angestrahlt wird. Das sieht richtig toll aus.
Ich sitze gerade in einem Zimmer einer 8.Klässlerin (meine Gastschwester) und es ist voll mit Hello Kitty (wirklich!: Uhr Stifte, Lampe, Nagelset und sogar Maus und TELEFON!): ti`en (heißt süß).
Meine Gastschwester kann leider noch nicht so gut Deutsch, weil sie noch so jung ist. Ich habe sie heute erst kennengelernt und sie hat Geburtstag (sie ist 14 geworden), aber irgendwie wird das gar nicht beachtet, noch nicht mal von ihrer Mutter. Englisch kann sie auch wenig, aber dafür lerne ich viel Chinesisch (ti`en). Ihre Mutter kann weder Deutsch noch Englisch. Das ist ziemlich doof, weil sie am laufenden Band redet, und ich außer ti`en (was sie leider glaube ich noch nie gesagt hat) und xi`exi (danke) NICHTS verstehe.
Heute waren wir auch für den halben Tag in der Schule. Die Schule ist ziemlich cool. Die Pausenklingel ist ein kurzes Klavierstück. Die Lehrer sind total nett und die Klassen gar nicht mal so groß (33). Ich kann jetzt (theoretisch) meine Namen auf Chinesisch schreiben. Ständig frage ich: was heißt das auf Chinesisch? habe es aber 2 Sekunden danach wieder vergessen. Na toll. Die Stunden sind kürzer als in Deutschland, ich glaube nur 30 oder 40 Minuten, und es sind immer Einzelstunden, fast. Die Schüler müssen zum Sprechen immer aufstehen. Ständig sind uns Fotografen hinterher gelaufen, um uns in der Klasse, auf dem Weg, beim Fahnenlauf, einfach überall zu fotografieren. Die Chinesen dokumentieren wohl gerne besondere und glückliche Momente, denn das Geschenk, was unser Lehrer dem Schulleiter geschenkt hat, wurde gefühlte 5 Minuten mit dem künstlichsten Zahnpastalächeln eines 60-jährigen Chinesen übergeben, damit Fotos aus allen Perspektiven geschossen werden konnten.
Am Morgen waren wir beim Fahnenlauf dabei. Ich hatte schon Angst, ich müsste richtig Sport machen, aber man musste nur in einer Reihe stehen. Die halbe Schule aufgereiht in Klassen und nach Mädchen und Jungen, steht da zusammen auf dem Schulhof. Irgendwelche Lehrer oder so haben Reden (singend) gehalten oder Lieder gesungen. Irgendwann wurde die Fahne gehisst und nur 3 Jungen mussten marschieren. Ich glaube, heute ist ein Feiertag, aber der Fahnenlauf findet jeden Montagmorgen statt. Dann durften wir uns vor der halben Schule (ca. 800 Schüler) vorstellen. Es lief ungefähr so: ich bin auch 16, komme auch aus Hamburg und freue mich auch hier zu sein.
Ich bin mit Nina im Schullandheim in einem Zimmer untergebracht, und sie sagt die ganze Zeit, dass sie das Essen nicht mag. Aber ich find's voll toll! Oh Mann, warum? Nur die Süßigkeiten sind irgendwie komisch Ic habe vorhin von der Gastfamilie einen Bonbon aus Rinderfleisch bekommen. Der war VOLL eklig. Und davor irgend so ein Fudge-Caramel-Ding, was scharf war. Naja, die Gastschwester und ihre Freundin (sie ist noch hier und die beiden machen gerade Hausaufgaben) fanden das voll scharf, aber ich nur ein kleines bisschen. Komisch,, dachte ich, ich müsste das stärker schmecken. Mit dem Stäbchenessen komme ich irgendwie klar, auch wenn ich echt Probleme damit habe. Aber die Gastmutter sagt, ich mache Fortschritte!
Luise
Sonntag, 3. Oktober 2010
Montag, 27. September 2010
Montag, 20. September 2010
Wir packen die Koffer
Am 25. September beginnt der erste Schüleraustausch des Gymnasium Lerchenfeld in Hamburg mit der Ganquan Foreign Language School in Shanghai. Wir werden euch regelmäßig über unsere Erfahrungen aus dem Reich der Mitte berichten.
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