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Montag, 14. November 2011

Sonntag: Meng Qing-Garten, Revitalisierung des Suzhou-Flusses, Bund, Akrobatik-Show


VON BÉLA UND MARKUS

Am Abend dann wurde mit dem Schulleiter der Ganquan Middle School, Herrn Liu, essen gegangen; das erste original chinesische Essen für uns! Wir nahmen an einem großen runden Tisch Platz, in der Mitte war eine drehbare Glasscheibe anmontiert, eine traditionelle und sehr übliche Art von Tisch in chinesischen Restaurants. Sie diente dem Zweck, allen zu ermöglichen, alle Speisen zu erreichen – eine durchaus intelligente Lösung bei der Menge an Speisen!! Es gab... viel. Immer wurden neue Sachen aufgetischt und es nahm gar kein Ende mehr. Man selbst hatte natürlich das Bedürfnis, alles auszuprobieren, was wiederum bei manchen zur sehr baldigen Sättigung führte. Es kam natürlich auch immer wieder zur Angst vor Neuem, Unerkennbarem und noch nie zuvor Gesehenem – alles in allem hat es aber allen geschmeckt!


Danach war nur noch schlafen angesagt, was dank der Erschöpfung trotz der harten Betten (fast) allen gut gelang!

Am Sonntagmorgen, dem 9.10., wurde gleich erst mal früh aufgestanden. Es ging los mit unseren Austauschschülern zum Meng Qing Garten, wo nach frisch gewonnenen Vorurteilen der Betonwüste Shanghais auch mal etwas Natur zu sehen war. Danach haben wir ein Museum besichtigt, welches den Prozess und Erfolg der Gewässerreinigung am Beispiel des Suzhou-Flusses dokumentiert. Der Suzhou-Fluss war bis vor 20 Jahren ökologisch tot. Fabriken, Kraftwerke und andere Naturrivalen ließen kontinuierlich ihren Abfall und ihr Abwasser dort entsorgen. Vor 20 Jahren beschloss die Regierung, den Fluss konsequent zu revitalisieren. In diesen 20 Jahren wurde großes erreicht und vieles möglich gemacht, da dieser Fluss ein wichtiger Bestandteil Shanghais ist! Es werden große Fortschritte gemacht und es geht immer weiter bergauf. All jenes wurde uns auf drei Stockwerken, Ausstellungen verschiedenster Art, einem Videofilm in einem Minikino und einer Frau, die über eine Lautsprecheranlage, die durchs gesamte Gebäude führte beigebracht. Die riesigen Transportsiele, die den Fluss von Abwasser entlasten, sind vergleichbar mit denen, die in Hamburg etwa zur selben Zeit zum Schutze der Alster gebaut worden sind.
Die Stimmung in der Gruppe hielt sich nur durchgehend auf der chinesischen Seite – uns steckte einfach noch die Müdigkeit in den Gliedern.

Danach gings mit dem Bus ab zum Bund, einer Promenade, vergleichbar mit der am Fischmarkt, nur dreimal so lang, bei der man auf der anderen Seite zwar keinen Hafen, doch eine sehr anmutige Skyline sieht. Man blickt auf Fernsehturm (Oriental Pearl Tower), eine Kette individuell gestalteter Hochhäuser, darunter eines in Form eines Flaschenöffners – dem höchsten Gebäude in Shanghai – abends unterstrichen mit einer Unzahl bunter Lichter und mit riesigen Werbetafeln, die in alle Himmelsrichtungen leuchten. Der Bund ist bunt!

Abends kam das Beeindruckendste meiner Meinung nach: wir besuchten eine chinesische Akrobatikshow!!! Es war der Hammer! Es gab Anlaufsalti durch Ringe in 2 bis 3 Meter Höhe, FlicFlacs, Überschläge, mit Schrauben usw., und zwar in einer unglaublichen Gruppenchoreographie.

Auf der Außenseite eines schnell sich drehenden Hamsterrades von 7 m Durchmesser wurde seilgesprungen und mit Fackeln jongliert.

Das Finale bildete eine grandiose Raserei von 1, dann 2, dann 3, dann 4 und schließlich 8 Motorrädern in einer Drahtkugel.

Wie es manche geschafft haben, auch dabei einzuschlafen, ist mir völlig unerklärlich! Sie waren wohl völlig erschöpft von Reise und Jetlag.

Insgesamt ein sehr gelungener Abend!

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